
Bulgarisches Kulturinstitut am Lüneburger Tor
Ivan Moudov verkauft Taschenspielertricks, um seine eigene Kunstsammlung zu finanzieren, klaut Bestandteile zeitgenössischer Kunstwerke, um damit eine zweite Sammlung aufzubauen und feiert mit zahlreichen Journalisten die Eröffnung des Museums für zeitgenössische Kunst in Sofia (MUSIZ). Geschickt macht er sich gängige Vorurteile gegenüber seinem Heimatland Bulgarien zunutze, um sie auf internationalem Parkett in eine konzeptuelle Kunstpraxis zu verwandeln. In seinen Arbeiten kommentiert er humorvoll und historisch fundiert allgemeine Entwicklungen und “Logiken” innerhalb der Kunstwelt und die Situation der zeitgenössischen Kunst in Bulgarien im Besonderen. Machtstrukturen und Regelwerke stellen den Anlass und Inhalt seiner Arbeiten, für deren Umsetzung er das Herstellen von Medienöffentlichkeiten ebenso als künstlerisches Mittel benutzt, wie Videos, Installationen, Fotografien und Performances.
Im Rahmen seines Harburger Projektes kooperiert Moudov mit dem Bulgarischen Kulturinstitut (BIC), um Teile einer berühmten Sammlung zeitgenössischer Kunst nach Harburg zu holen. Unter den Exponaten befinden sich Werke weltweit bekannter Künstler wie Anri Sala, Imi Knoebel und William Anastasi, genauso wie die überraschenden Positionen einer jüngeren internationalen Künstlergeneration, deren Namen bislang nur in Insider-Kreisen ein Begriff sind.



Ivan Moudov
*1975 in Sofia, Bulgarien, lebt und arbeitet in Sofia und Zürich.
Ausgewählte Ausstellungen
• Performing the East, Kunstverein Salzburg, Österreich, 2009
• Ivan Moudov, Moderna Museet, Stockholm, Schweden, 2008
• Bulgarischer Pavilion, 52nd Biennale d'Arte di Venezia, Venedig, Italien, 2007
• On Difference #2, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 2006
Ausgewählte Stipendien
• Akademie Schloss Solitude, Stuttgart Fondation EDF Electra, Paris, Frankreich, 2008



